Weniger ist manchmal mehr. Das Motto gilt derzeit unter Fashionistas und Modeschöpfern wie zum Beispiel Marc Jacobs in Bezug auf Wimperntusche. Auf dessen AW 14 Show liefen die Models kürzlich entweder ganz ohne oder nur mit extrem wenig davon. Der Trend hin zur Natürlichkeit ist noch etwas ungewohnt, gefällt aber spätestens beim zweiten Hingucken dann doch sehr.

Hier muss man aber beachten, dass man den Style durchaus mehrfach zu Hause vor dem Spiegel perfektionieren sollte, wenn man damit noch keine Erfahrung hat und ihn selbst anwenden möchte. Hinzu kommt, dass es von besonderer Bedeutung ist, Lidschatten gekonnt aufzutragen, wenn man Mascara weglassen, aber dennoch die Augen schminken möchte. Bei der New Yorker Marc-Jacobs-Show beschränkte sich Make-up-Artist François Nars, auf Grau-, Beige-, Camel- und Schokonuancen, seidige Texturen sowie pudriges Finish, um den speziellen „No-Mascara“-Look zu erreichen. Dabei kam ein blasses Grau auf die Lider, die Lidfalte wurde mit Schokoladebraun veredelt, während ein Strich helleres Braun entlang der Wimpern dem Blick mehr Tiefe verlieh. Hier war Fingerspitzengefühl ohne harten Linien gefragt. Und nochmal: Wimperntusche Fehlanzeige!

Der Verzicht auf Mascara kommt indes auch den Wimpern in medizinischer Sicht zugute. Wer sich ohnehin viel schminkt, kann den feinen Härchen damit eine Auszeit gönnen, damit sie sich regenerieren können. Wimpern haben nämlich nicht nur die Aufgabe, möglichst lang und schön zu sein. Sie schützen die Augen auch, indem sie kleinere Schmutzpartikeln oder Fremdkörper abfangen. Um die Wurzeln der Wimpern herum gibt es verschiedene Talg- und Schweißdrüsen, die Moll-Drüsen, Zeis-Drüsen und Meibom-Drüsen oder Tarsaldrüsen genannt werden. Am oberen Augenlid gibt es rund 150 bis 250 Härchen, am unteren sind es weniger, etwa 50 bis 150. Die oberen Wimpern sind mit 8 bis 12 mm Länge länger als die unteren mit 6 bis 8 mm. Die Wimpernhaare leben beim Menschen nur zwischen 100 und 150 Tagen.