Auch in Südamerika ist die fünfte Jahreszeit gerade auf ihrem Höhepunkt angelangt. Und während sich in Deutschland und selbst in Italien die Narren, Närrinnen und Jecken und Jeckinnen wegen der frischen Temperaturen noch gerne in Bärchenkostüme zwängen, nimmt man in Brasilien den Karneval zum Anlass so viele Hüllen wie möglich fallen zu lassen. Wenn Millionen auf die Straßen von Rio, São Paolo oder Belo Horizonte strömen, dienen die zum Teil sehr knappen Outfits lediglich dazu gerade bei den Frauen die optischen Reize zu verstärken. Manche Damen lassen aber gleich jegliche Textilien zu Hause und bedecken ihre Körper lediglich mit exotischem Bodypainting und eventuell noch einem C-String im Schambereich.

In Brasiliens Karnevalshochburgen kann man ja auch schlecht anders, wenn heiße Samba-Rhythmen und Temperaturen um die 30 Grad den Straßenkarneval zum reinsten Dschungelfest machen. Alleine in der Stadt am Zuckerhut lockte der traditionelle Umzug „Bola Preta“ mehr als 1,3 Millionen Menschen ins Stadtzentrum. Am Freitag händigte Rios Bürgermeister Narren-Monarch „König Momo“ symbolisch die Stadtschlüssel aus.

Aber auch die anderen Regionen standen Rio de Janeiro in nichts nach, so zum Beispiel Recife im Nordosten Brasiliens. Weit über eine Million Narren zogen so im Samstag im populären Umzug „Galo da Madrugada“ (Hahn der Morgendämmerung) mit. Dort stand alles im Zeichen der regionalen „Frevo“-Musik, die aus 30 riesigen Musikwagen dröhnte und die Feiernden in einen rauschhaften Taumel versetzte. Nicht umsonst rühmt sich der Straßenkarnevalsumzug in Recife damit, einer der größten weltweit zu sein. Brasiliens größte Metropole São Paulo ließ sich natürlich ebenfalls alles andere als lumpen und in Salvador da Bahia waren Hunderttausende Menschen auf den Straßen unterwegs um das Fest aller Feste in Brasilien zu feiern.